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14. November 2025

Hövelhof stellt Haushaltsentwurf 2026 vor

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt die Gemeinde handlungsfähig

Bürgermeister und Kämmerer präsentieren den Haushaltsplan 2026 auf einem Tablet
Digital statt gedruckt: Bürgermeister Michael Berens (l.) und Kämmerer Andreas Schwarzenberg präsentieren den neuen Haushaltsplan 2026 am Standort des geplanten Kreisverkehrs am Grünen Weg.

Mit dem Haushaltsentwurf für 2026 zeigt die Sennegemeinde Hövelhof, dass sie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Kurs hält. Das geplante Defizit liegt bei knapp sieben Millionen Euro. Trotzdem bleibt die Gemeinde handlungsfähig und investiert gezielt in das, was den Menschen in Hövelhof wichtig ist: in gute Bildung und eine moderne Infrastruktur.

„Kommunen mit einer starken Wirtschaftsstruktur spüren wirtschaftliche Einbrüche besonders deutlich. Das zeigt sich jetzt auch in Hövelhof“, erklärt Bürgermeister Michael Berens. Die erwarteten Erträge der Gemeinde liegen 2026 bei rund 46,4 Millionen Euro (Vorjahr: 47 Millionen Euro), während die Aufwendungen leicht auf 54,4 Millionen Euro steigen (Vorjahr: 53,9 Millionen Euro). Hauptgründe sind ein Rückgang der Gewerbesteuer um rund 1,5 Millionen Euro und eine Erhöhung der allgemeinen Kreisumlage um mehr als 720.000 Euro. „Die schwierige Finanzlage betrifft nicht nur Hövelhof, sondern alle Kommunen gleichermaßen“, erklärt Kämmerer Andreas Schwarzenberg. „Steigende Sozialausgaben, höhere Umlagen und eine unzureichende Finanzausstattung durch Bund und Land engen unsere Handlungsspielräume zunehmend ein.“

Um die finanzielle Handlungsfähigkeit zu sichern, sieht der Entwurf eine Anpassung der Hebesätze auf die fiktiven Hebesätze vor, die das Land für alle Kommunen vorgibt. Die Grundsteuer A liegt künftig bei 345 Prozent (Vorjahr: 186 Prozent), die Grundsteuer B bei 639 Prozent (Vorjahr: 560 Prozent) und die Gewerbesteuer bei 421 Prozent (Vorjahr: 414 Prozent).

Für die meisten Haushalte bleibt die finanzielle Gesamtbelastung dennoch stabil, da gleichzeitig Entlastungen greifen. Durch Kooperationen mit Nachbarkommunen sinken die Abfallgebühren, ebenso reduzieren sich die Niederschlagswassergebühren. Eine Berechnung der Kämmerei auf Grundlage von fünf Beispiel-Haushalten zeigt, dass sich die jährlichen Kosten im Durchschnitt kaum verändern: Von 639,25 Euro in 2025 auf 635,14 Euro, damit liegt die durchschnittliche Belastung sogar leicht unter dem Vorjahreswert.

Auch für die Gewerbetreibenden ergibt sich im Durchschnitt keine höhere Belastung. Durch die Grundsteuerreform des vergangenen Jahres waren die Zahlungen zuvor gesunken, sodass sich die Situation nun wieder auf dem Niveau der Vorjahre einpendelt und teils noch immer darunter liegt.

Neben der Einnahmenseite stand auch die Ausgabenplanung im Fokus der Haushaltsaufstellung. Die Gemeinde hat hierbei einen sogenannten globalen Minderaufwand in Höhe von einer Million Euro eingeplant. Dieser Betrag wird pauschal vom Haushaltsvolumen abgezogen. Schwarzenberg erläutert: „Erfahrungsgemäß entstehen im Laufe des Jahres Einsparungen, die wir so von Beginn an berücksichtigen.“ Der Minderaufwand dient somit als realistischer Puffer und sorgt dafür, dass das geplante Defizit von rund acht Millionen Euro rechnerisch auf rund sieben Millionen Euro sinkt.

Somit stellt die Gemeinde sicher, dass Spielräume für wichtige Projekte erhalten bleiben. „Wir prüfen jede Ausgabe sehr genau und konzentrieren uns auf Vorhaben, die langfristig wirken und den Menschen in Hövelhof unmittelbar zugutekommen“, betont Berens. „Auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen investieren wir gezielt in Maßnahmen, die unsere Gemeinde weiter voranbringen.“

Besonders deutlich wird das im Bildungsbereich. Die Franz-Stock-Realschule verzeichnet seit Jahren steigende Anmeldezahlen und stößt inzwischen an ihre räumlichen Grenzen. Mit dem geplanten Erweiterungsbau schafft die Gemeinde die Voraussetzungen, um auch künftig allen Schülerinnen und Schülern ein attraktives Lernumfeld zu bieten. Für das Jahr 2026 sind dafür Ausgaben in Höhe von drei Millionen Euro vorgesehen.

Ein weiteres zentrales Projekt im Jahr 2026 ist der neue Kreisverkehr an der Kreuzung Grüner Weg/Delbrücker Straße für rund 1,39 Millionen Euro. Damit wird ein lang gehegter Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger Realität. Die Maßnahme sorgt künftig für mehr Sicherheit und einen besseren Verkehrsfluss im Bereich der stark frequentierten Verbindung.

Auch bei der Infrastruktur geht es weiter voran: Der Breitbandausbau in den sogenannten „Grauen Flecken“ wird mit rund 1,66 Millionen Euro vorangetrieben und verbessert die Internetverbindung in bisher unterversorgten Bereichen. Zusätzlich stehen 850.000 Euro für die Erneuerung von Wirtschaftswegen und 785.000 Euro für die Sanierung der Van-Galen-Straße bereit. Mit dem neuen Bau- und Gewerbegebiet „Rengerings Bruch“ schafft Hövelhof außerdem Raum für Entwicklung. Das Gebiet bietet Platz für neue Wohngebäude sowie für nicht störendes Gewerbe. Im kommenden Jahr investiert die Gemeinde 215.000 Euro für die Erschließung.

Darüber hinaus fließen jährlich rund eine Million Euro in den Betrieb des neuen Sennebades, das in einer Umfrage knapp 95 Prozent der Bevölkerung befürwortet hatten. „Diese Entscheidung war bewusst und demokratisch getroffen“, erinnert Berens. „Wir haben gemeinsam gesagt: Ja zu Freizeitqualität und Familienfreundlichkeit, auch wenn das finanzielle Verantwortung bedeutet.“

Um die geplanten Projekte umsetzen zu können, ist die Neuaufnahme von investiven Krediten in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro vorgesehen. Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit ist außerdem ein Liquiditätskredit von 7,65 Millionen Euro eingeplant. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blickt die Gemeinde zuversichtlich nach vorn. „Die wirtschaftliche Lage ist derzeit überall herausfordernd“, sagt Berens. „Wir können die äußeren Umstände nicht ändern, aber wir können verantwortungsvoll handeln und das Beste daraus machen. Dabei geht es uns darum, Hövelhof sowohl für die heutige als auch für die kommenden Generationen stark und lebenswert zu erhalten.“