27. April 2026
Fünf Jahrzehnte Jugendarbeit in der Sennegemeinde – Jubiläumsfest am 9. Mai

Seit 50 Jahren gehört das Haus der Jugend (HoT) fest zu Hövelhof und ist aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Was 1976 als erstes kommunales Jugendzentrum im Kreis Paderborn begann, hat sich zu einem festen Anlaufpunkt entwickelt. Zum Jubiläum können sich Besucherinnen und Besucher auf ein großes Fest freuen.
Am Anfang stand eine Idee, die ihrer Zeit voraus war. Engagierte Hövelhoferinnen und Hövelhofer sowie Verantwortliche aus Politik und Jugendhilfe setzten sich dafür ein, einen Ort für junge Menschen zu schaffen. Im Zentrum der Planungen standen von Beginn an die Jugendlichen. Sie planten gemeinsam mit Architekten das Gebäude und brachten ihre Vorstellungen ein. „Jugendliche mit einzubeziehen, ihnen zuzuhören und ihre Ideen ernst zu nehmen, das ist bis heute unser Anspruch“, sagt Leiter Harry Lause.
Schon kurz nach der Eröffnung sorgte das HoT über Hövelhof hinaus für Aufmerksamkeit. Rund 200 Besuchergruppen aus anderen Kommunen informierten sich in den ersten Jahren vor Ort über das Konzept. Gleichzeitig entwickelte sich das HoT zu einem beliebten Treffpunkt. Filmabende, Discos und offene Treffangebote trafen genau den Bedarf der damaligen Zeit.
Seitdem hat sich das HoT Schritt für Schritt weiterentwickelt. Immer wieder kamen neue Aufgaben und Themen hinzu. Ein wichtiger Einschnitt war die enge Verzahnung mit den Schulen. Seit vielen Jahren verbringen Schülerinnen und Schüler der Krollbachschule und der Franz-Stock-Realschule ihre Mittagspause im HoT. Rund 200 Kinder und Jugendliche essen gemeinsam, erledigen Hausaufgaben oder treffen sich mit Freunden.
Auch im Bereich Prävention und Bildung kommt dem HoT eine wichtige Rolle zu. Ein Beispiel ist das Projekt „Let’s fetz – unser Slogan ohne Drogen“. Dabei gestaltet das Jugendzentrum gemeinsam mit Hövelhofer Vereinen und Schulen einen Aktionstag mit verschiedenen Stationen, an denen Jugendliche unterschiedliche Aktivitäten ausprobieren können und neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kennenlernen.
Die Arbeit entwickelt sich dabei kontinuierlich weiter, weil sich auch der Alltag der Jugendlichen verändert. Digitale Medien, Leistungsdruck und gesellschaftliche Einflüsse spielen eine immer größere Rolle. Das HoT greift diese Entwicklungen auf und setzt bewusst einen Ausgleich: Hier erleben Jugendliche Gemeinschaft, knüpfen Kontakte und finden verlässliche Ansprechpartner für ihre Fragen und Probleme. Gleichzeitig rückt das Thema Medienbildung stärker in den Fokus. Lause geht regelmäßig in die Grundschulen, spricht mit Kindern und Eltern über Smartphones und Social Media und sensibilisiert für einen sicheren Umgang mit digitalen Inhalten.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt das HoT vor allem ein Ort, an dem Jugendliche einfach ihre Zeit verbringen können. Neben offenen Angeboten wie Billard, Kicker, Tischtennis, Sofaecken und der Kegelbahn gibt es regelmäßig Kurse, Workshops und Aktionen. Ein Blick in das aktuelle Programm zeigt die Vielfalt: von Kreativangeboten über Sport und Tanz bis hin zu Ausflügen, Discos oder Kochaktionen. Neue Impulse entstehen regelmäßig aus Beteiligungsformaten wie Zukunftswerkstätten. Daraus entwickelten sich in den vergangenen Jahren unter anderem der Parkourspark oder neue Sportflächen.
Die Arbeit des HoT reicht über das eigene Haus hinaus. In Espeln gibt es seit vielen Jahren ein eigenes Angebot der offenen Jugendarbeit. In Riege organisiert die Kolpingsfamilie den Jugendtreff vor Ort, während das HoT-Team die Arbeit begleitet und beratend unterstützt.
Im Mittelpunkt steht immer die Beziehung zu den jungen Menschen. „Wir begleiten junge Leute oft über viele Jahre hinweg, für viele sind wir feste Bezugspersonen“, beschreibt Lause die Arbeit. Dass das so gut gelingt, liegt auch an der Kontinuität im Team. Alle vier Mitarbeitenden sind seit Jahrzehnten dabei. „Jeder bringt eigene Stärken ein, wir arbeiten eng zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Für uns fühlt sich das HoT wie eine zweite Familie an“, berichten die Mitarbeiterinnen Kerstin Aßmann, Heike Morgenroth und Andrea Otto.
„Das HoT ist seit 50 Jahren ein verlässlicher Anker für Kinder und Jugendliche in Hövelhof. Hier entstehen Beziehungen, die jungen Menschen Orientierung geben und sie in ihrer Entwicklung stärken. Mein Dank gilt dem gesamten Team, das diese Arbeit mit viel Herzblut und großem Engagement leistet“, betont Bürgermeister Michael Berens.
Zum Jubiläum lädt das HoT die Öffentlichkeit ein, das Haus in seiner ganzen Vielfalt bei einem großen Fest am 9. Mai zu erleben. Ab 11.00 Uhr gibt es ein buntes Programm, das sich über das gesamte Gelände erstreckt. Besucherinnen und Besucher können sich auf zahlreiche Mitmach-Aktionen und Attraktionen freuen: Hüpfburg, Fußballdarts und Bull Riding sorgen für Bewegung, eine Parkour-Show mit Probetraining zeigt sportliche Möglichkeiten direkt vor Ort. Dazu kommen Fahnenschwenker, Jonglage- und Speedstacking-Vorführungen sowie musikalische Beiträge. Kreative Angebote wie Taschen im Siebdruckverfahren oder Tattoo-Painting laden zum Mitmachen ein. Für das leibliche Wohl stehen unter anderem ein Imbisswagen, eine Crêperie und Slush Ice bereit.
Am 29. Mai richtet sich das Haus der Jugend gezielt an ehemalige Besucherinnen und Besucher. Bei einer Party mit DJ können sie Erinnerungen austauschen und erleben, wie sich „ihr“ HoT weiterentwickelt hat.