11. September 2026
Vom Bach zum Strom: Ems-Infozentrum wird zum modernen Erlebnisort

Der Startpunkt des EmsRadweges in Hövelhof soll künftig noch stärker Lust auf die rund 385 Kilometer lange Reise von der Senne bis zur Nordsee machen. Die Gemeinde plant, die Ausstellung im Ems-Informationszentrum umfassend zu modernisieren und inhaltlich neu auszurichten. Für das Vorhaben erhält die Gemeinde eine Förderung von 90 Prozent aus dem regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen.
„Aus unserer Region sind bereits viele Reisen mit dem Rad an die See gestartet. Das Ems-Infozentrum zeigt unseren Gästen und den Menschen aus Ostwestfalen-Lippe, was sie auf der Reise erwartet. Ebenso wie Emden liegt Hövelhof am Ende der Route und so ist unsere Region doch auch ein attraktives Ziel, um ein paar Übernachtungen der Radreise anzuschließen“, freut sich die Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling über die touristische Förderung.
Das Ems-Infozentrum ist seit 2010 der offizielle Startpunkt des beliebten EmsRadweges. In der frei zugänglichen Ausstellung erhalten Radreisende und Tagesgäste einen ersten Überblick über die Route, ihre Landschaften und Sehenswürdigkeiten. Künftig soll hier jedoch nicht nur informiert, sondern eine zusammenhängende Geschichte erzählt werden: die Entwicklung der Ems „Vom Bach zum Strom“.
„Das Ems-Infozentrum ist weit mehr als eine touristische Informationsstelle. Es ist das Eingangstor zu einem der meist befahrenen Flussradwege Deutschlands“, betont Bürgermeister Michael Berens. „Mit der hohen Förderung erhalten wir die Möglichkeit, diesen besonderen Ort zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Davon profitieren nicht nur Hövelhof und der Kreis Paderborn, sondern alle Städte, Gemeinden und touristischen Betriebe entlang der Ems.“
Die gesamte Emsreise beginnt in Hövelhof
Die neue Leitgeschichte begleitet die Besucherinnen und Besucher von den Sickerquellen in der Senne bis zur Mündung der Ems in die Nordsee. Dabei spielen die Themen Wasser und Sand ebenso eine Rolle wie Naturschutz und nachhaltiges Reisen. Die Ausstellung soll zeigen, wie aus einem kleinen Bach ein Strom wird und wie eng die Ems mit den unterschiedlichen Landschafts- und Lebensräumen entlang ihrer Strecke verbunden ist.
Wer in Hövelhof das Ems-Infozentrum besucht, soll in die spannende Reise der Ems eintauchen können. Die Ausstellung soll Neugier wecken, Orientierung geben und die vielen Facetten des EmsRadweges erlebbar machen – von den Quellen und der Sennelandschaft über Naturschutzgebiete und Städte bis zum maritimen Flair an der Küste.
„Die Neuausrichtung ist Teil des neuen EmsRadweg-Strategiekonzeptes. Unter der Leitidee „Vom Bach zum Strom“ sollen an ausgewählten Orten neue, markenprägende Erlebnisse entstehen. Das Ems-Infozentrum übernimmt dabei als offizieller Startpunkt eine besondere Rolle“, erklärt Thomas Westhof, Tourismuschef der Gemeinde Hövelhof.
bitte wenden!
Interaktive Stationen und digitale Angebote
Die vorhandene Ausstellung wird nicht vollständig ersetzt. Intakte Holzelemente und bewährte Module sollen im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen erhalten und in die neue Gestaltung integriert werden. Andere Bereiche werden modernisiert oder neu entwickelt.
Ergänzt wird die Ausstellung zukünftig durch einen webbasierten Ausstellungsführer. Über QR-Codes können zusätzliche Informationen, Audioangebote, fremdsprachige Inhalte, thematische Rundgänge sowie Quizspiele für Kinder aufgerufen werden. Die digitalen Inhalte lassen sich laufend aktualisieren und erweitern.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit. Ausstellungselemente sollen auch verstärkt von Kindern und Menschen im Rollstuhl gut erreicht und bedient werden können. Vorgesehen sind unter anderem kontrastreiche Gestaltungen, gut verständliche Texte und screenreader-taugliche digitale Inhalte.
Gemeinsames Erlebnis mit Delbrück
„Die Modernisierung ist Teil einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Hövelhof und Delbrück – den beiden Partnerkommunen des EmsRadweges im Kreis Paderborn. Auch das Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kreises Paderborn hat das Vorhaben von Anfang an intensiv unterstützt“, ergänzt Westhof. Während in Hövelhof die übergeordnete Geschichte des Flusses und der Route inszeniert wird, soll das Steinhorster Becken zu einem ergänzenden Erlebnisort werden.
Dort werden Informationen zu den Themen Wasserrückhalt, Hochwasserschutz und Naturentwicklung vermittelt. QR-Codes führen zu vertiefenden digitalen Inhalten, darunter ebenfalls Audioangebot und Übersetzungen.
So entsteht bereits auf den ersten Kilometern des EmsRadweges ein zusammenhängendes Besuchserlebnis. Gleichzeitig wird ein Bogen zu den weiteren Anrainerkommunen geschlagen. Die neue Leitgeschichte soll entlang der gesamten Route aufgegriffen und bis nach Emden sowie zum touristischen „Pluspunkt“ Borkum fortgeführt werden.
Leuchtturmprojekt für den gesamten EmsRadweg
„Mit dem neuen Ems-Infozentrum bleibt Hövelhof ein starker Ausgangspunkt für den EmsRadweg und wird zugleich zum Schaufenster für die gesamte Emsregion“, sagt Meike Lippegaus von der Geschäftsstelle EmsRadweg. „Die Neuausrichtung soll als überregional sichtbares Leuchtturmprojekt Impulse für die gesamte Route setzen und die Zusammenarbeit der Kommunen, Kreise und touristischen Partner entlang der Ems weiter festigen.“
Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 205.600 Euro und wird im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogrammes des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert.