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Integrationshelfer ziehen Bilanz

24.02.2023

Mehr als 200 Geflüchtete aus der Ukraine haben in Hövelhof Zuflucht gefunden

Mitarbeiter des Integrationsbüros und Sozialamtes

Ralf Daut, Christian Geldmacher und Natalija Laponova (v.l.) stehen Geflüchteten als erste Anlaufstelle in Hövelhof beratend zur Seite.

Am heutigen 24. Februar jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine. Seitdem sind Millionen Menschen auf der Flucht und benötigen Unterstützung. Mehr als eine Million Geflüchtete aus der Ukraine wurden seit Kriegsbeginn in Deutschland registriert, davon mehr als 200 in Hövelhof. Als erste Anlaufstelle standen ihnen insbesondere die Integrationshelfer der Gemeinde zur Seite. Zum traurigen Jahrestag ziehen sie jetzt Bilanz ihrer Arbeit.

Natalija Laponova, Ralf Daut und Christian Geldmacher sind bei der Gemeinde im Sozialamt und Integrationsbüro beschäftigt. Sie stehen Geflüchteten aus allen Teilen der Welt beratend zur Seite, kümmern sich um ihre Unterbringung und vermitteln Termine bei der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter. Bei einem Erstgespräch lernen sie die Flüchtlinge kennen, tauschen Kontaktdaten aus und geben ihnen alle wichtigen Informationen.

In ein anderes Land zu kommen und ohne Sprachkenntnisse neu anzufangen, stellt zumeist eine große Hürde dar. „Die deutsche Bürokratie bringt Anforderungen mit. Die Geflüchteten müssen Formulare ausfüllen und mehrere Behörden aufsuchen. Wir unterstützen sie bestmöglich und nehmen sie beim Integrationsprozess an die Hand“, erläutert Geldmacher.

Eine große Stütze im Team sei Natalija Laponova, die seit dem 1. Juli bei der Gemeinde beschäftigt ist. Sie kam selbst aus der Ukraine nach Deutschland und wollte ihren Landsleuten unbedingt helfen. Zunächst engagierte sie sich ehrenamtlich im Ort, dann nahm sie zusätzlich im Integrationsbüro ihre Arbeit auf. „Sie ist für uns ein riesiger Zugewinn. Sie versteht die Abläufe der Verwaltung und kann die Übersetzung übernehmen“, betont Geldmacher. „Die Arbeit macht mir großen Spaß, das Team fühlt sich für mich wie Familie an“, sagt Laponova.

Die meiste Erfahrung im Integrationsbüro bringt Case-Manager Ralf Daut mit. Er widmet sich bereits seit 30 Jahren der Flüchtlingshilfe. Während des Balkankrieges hat er in der kroatischen Stadt Karlovac von 1991 bis 1995 bei der Evakuierung unterstützt und dabei die Erlebnisse der Geflüchteten aus erster Hand mitbekommen. Diese Erfahrungen seien im vergangenen Jahr wieder stärker in Erinnerung gekommen. Mit viel Geduld und Empathie begleitet er die Geflüchteten beim Integrationsprozess und steht ihnen bei alltäglichen Herausforderungen zur Seite. „Die Arbeit funktioniert hier in Hövelhof ausgesprochen gut. Dazu trägt die gute Zusammenarbeit im Team, auch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozialamt und dem Ordnungsamt, sehr stark bei“, sagt Daut.

Die Stelle des Case Managers wird vom Förderprogramm „Kommunales Integrationsmanagement“ des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW gefördert. Das Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Paderborn organisiert die Umsetzung des Kommunalen Integrationsmanagements im gesamten Kreisgebiet. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung kennt der Integrationshelfer die Bedürfnisse der Menschen genau. „Viele ukrainische Geflüchtete hoffen, in ihre Heimat zurückkehren zu können, was man natürlich gut nachempfinden kann“, sagt Daut. Ob jemand hierbleiben wolle, merke man schnell. „Diejenigen, die planen in Deutschland zu bleiben, lernen sehr schnell deutsch und suchen nach einer Arbeit und einer Wohnung.“ Bei der Wohnungsvermittlung unterstützt das Integrationsbüro, dies sei jedoch eine Herausforderung. „Wie in anderen Städten ist auch in Hövelhof der Wohnungsmarkt angespannt, daher freuen wir uns immer über Angebote“, sagt Christian Geldmacher, der aktuell für die Unterbringung der Geflüchteten zuständig ist.

Wertvolle Unterstützung bekommt das Integrationsbüro vom „Runden Tisch Flüchtlingshilfe“. In dem Arbeitskreis kommen hauptamtlich und ehrenamtlich tätige Personen zusammen, um ihre Arbeit und Hilfen aufeinander abzustimmen. Etablierte Angebote im Ehrenamt für Geflüchtete sind beispielweise das Ladenlokal „Jacke und Co“ der Caritas, die Schulmaterialausgabe von der evangelischen Kirche sowie die Lebensmittelhilfe „Brot und mehr“ der Kolpingsfamilie. Ein seit Jahrzehnten bestehender privater Helferkreis hat gute Kontakte zu Geflüchteten und steht ihnen mit Rat und Tat im Alltag zur Seite, ebenso die ehrenamtlichen Organisatoren des Sprachkaffees. Viel Engagement bringt auch der SJC Hövelriege e. V. mit vielfältigen Sportangeboten ein. Neu hinzugekommen sind Angebote des DRK-Ortsverein Hövelhof e.V. wie der 2019 eröffnete Kleiderladen „Tragbar, der DRK Senne-Shop“ sowie die Ende 2022 eingeweihte DRK Begegnungsstätte in der Bahnhofstraße.

Als Reaktion auf den Angriff Russlands gegen die Ukraine hatte sich außerdem die Initiative „Hövelhof hilft“ mit Vereinen, Institutionen und Ehrenamtlichen aus dem Ort gebildet. Die Gruppe hat Hilfslieferungen an die ukrainische Grenze und Begegnungsveranstaltungen in der Sennegemeinde durchgeführt. „Für die Hilfe von der Gemeinde und auch von den Ehrenamtlichen aus Hövelhof sind die Geflüchteten sehr dankbar“, sagt Laponova. „Sie sind froh, im Rathaus eine Anlaufstelle zu haben. Viele zeigen sich von der Solidarität sehr gerührt.“ Aktuell käme eine zweite Welle Geflüchteter aus der Ukraine nach Deutschland, sodass wieder mehr Menschen Unterstützung benötigen. „Wir sind ein gut eingespieltes Team und werden auch diese Situation gut meistern“, ist sie sich sicher.

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